Studie: Kernkraft teuer
(16. Oktober 2010) Die Nutzung der Kernenergie in Deutschland kostet die Bundesbürger 304 Mrd Euro an staatlicher Förderung.
Von 1950 bis 2010 seien es mindestens 204 Mrd Euro an staatlichen Fördermitteln, weitere 100 Mrd Euro kämen künftig auch ohne die geplante Laufzeitverlängerung noch dazu, so eine Studie des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace, die auf greenpeace.de einsehbar ist.
Dazu zählen direkte Finanzhilfen des Bundes wie Forschungsförderung, Kosten für die Atommüllendlager Asse II und Morsleben oder die Stilllegung der ostdeutschen Meiler, Steuervergünstigungen in der Energiebesteuerung und durch die Regelungen bei den Entsorgungsrückstellungen sowie Zusatzeinnahmen durch den Emissionshandel.
Jede kWh Atomstrom werde so mit mindestens 4,3 Cent subventioniert, das sei mehr als doppelt so viel wie die EEG-Umlage derzeit, so Greenpeace. Kernkraft sei nicht nur die gefährlichste, sondern auch die teuerste Form der Stromerzeugung.
Bei einer fairen Berechnung der Strompreise wären viele Anlagen der erneuerbaren Energien bereits heute ohne Förderung konkurrenzfähig. Die Regierung führe in ihren Subventionsberichten nur Atomsubventionen von rund 200 Mio Euro bis 2010 auf, weil sie die Fördertatbestände nicht berücksichtige.
Greenpeace fordert die Bundesregierung erneut auf, bis 2015 aus der Kernkraft auszusteigen und die sieben ältesten KKW sowie das KKW Krümmel aus Sicherheitsgründen sofort abzuschalten.