Energiewende-Mythos
Von Volker Kühn
(26. März 2026) Es hat etwas von »Und täglich grüßt das Murmeltier«: Alle paar Monate kündigt irgendein Land den Bau neuer Kernkraftwerke an, und schon ist von einer »Renaissance der Atomenergie« die Rede, der sich einzig Deutschland verweigere. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache.
Erstens: Der Anteil der Atomenergie an der weltweiten Stromproduktion sinkt seit den Neunzigern; er hat sich auf neun Prozent annähernd halbiert.
Zweitens: Stilllegungen und Inbetriebnahmen halten sich seit Jahren in etwa die Waage. Derzeit sind 408 Reaktoren am Netz; 2002 waren es noch 438.
Drittens: Einzig China nimmt in nennenswertem Umfang neue Reaktoren in Betrieb. Doch auch dort wächst die Stromerzeugung aus Erneuerbaren um ein Vielfaches schneller.
