Klimawandel

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Neue Formen des Klimaprotestes

Es wird immer offensichtlicher: unser politisches System reagiert nicht angemessen auf die Klimabedrohung. Die Zivilgesellschaft nimmt dies nicht weiter hin und sammelt sich in neuartigen und ganz unterschiedlich ausgestalteten Protestbewegungen parallel zu den etablierten Parteiapparaten.
Von Aribert Peters und Louis-F. Stahl

(18. März 2020) Bei der Übergabe eines Briefes an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier als Höhepunkt einer Klimademo vor gut einem Jahr wollte dieser sich als Kohleausstiegsminister feiern lassen. Doch eine Schülerin brachte das auf den Punkt, was tausende Demonstranten dachten: „Sie sind ein Teil unseres Problems, weil Sie nicht für die Menschen oder den Planeten arbeiten, sondern für die Industrie.“ Der zufällig in einem Video aufgefangene Kommentar des Ministers zu seinen Mitarbeitern, bevor er die Bühne unter Buhrufen verlassen musste: „Das war ne Scheißidee!“

Die Reaktion auf eine Politik der kurzfristigen Lösungen im Sinne der Industrie ist die Bildung von neuen Protestbewegungen mit ganz unterschiedlichen Protestformen. Sie fordern sofortige Reaktionen, die sich ohne weitgehende Änderungen in Wirtschaft und Gesellschaft nicht realisieren lassen. Die Mittel der Aktivisten reichen von klassischen Demonstrationen über Klimastreiks bis hin zu zivilem Ungehorsam und gewaltfreiem Widerstand.

Wir führen nachstehend die bekanntesten Gruppierungen auf, ohne die vielen nicht genannten Gruppen abwerten zu wollen:

Fridays for Future (FFF) ist der Name der von Greta Thunberg im August 2018 initiierten Klimastreikbewegung von SchülerInnen und Studierenden, die sich sehr schnell verbreitet hat und zum ersten weltweit organisierten Klimastreik am 15. März 2019 rund 1,8 Millionen Menschen mobilisieren konnte.

Um die SchülerInnen und Studierenden herum haben sich mit der von rund 30.000 Klimaforschern organisierten Bewegung Scientists for Future (S4F), der Elternbewegung Parents for Future, der Künstlerbewegung Artists for Future und der antikapitalistischen Change for Future zahlreiche spezialisierte Unterstützerkreise entwickelt.

Extinction Rebellion (XR), übersetzt „Rebellion gegen das Aussterben“, geht mit ihren Aktionen über klassische Demonstrationen hinaus, da diese von der Politik ignoriert werden. Die im Oktober 2018 in Großbritannien gegründete Umweltschutzbewegung setzt auf Aktionen des gewaltfreien, aber radikalen zivilen Ungehorsams, um die Politik zum Handeln zu zwingen. Die geschätzt 100 Ortsgruppen in Deutschland handeln autonom und selbstorganisiert. Die Aktivisten haben sich den drei Forderungen „Sagt die Wahrheit“, „Handelt jetzt“ und „Politik neu leben“ sowie zehn Prinzipien und Werten der Bewegung verschrieben.

Die Anti-Atom- und Anti-Kohlekraft-Bewegung Ende Gelände ist ein europaweites Bündnis mit rund 60 lokalen Gruppierungen in Deutschland, die Klimacamps, Waldbesetzungen, beispielsweise zum Erhalt des Hambacher Forstes, sowie auch Besetzungen von Kohlekraftwerken organisiert.

Klassisch organisiert wollen unter anderem die Vereine German Zero e.V. und CO2-Abgabe e.V. ihre Forderungen durchsetzen. Der Ansatz von German Zero ist die Erstellung eines Gesetzes, dass Deutschland verpflichtet, bis spätestens zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden. Der Verein für eine nationale CO2-Abgabe konzentriert sich auf die Forderung der Einführung dieses Instrumentes zur Wirtschaftslenkung.

Einen anderen Ansatz verfolgen Klimaklagen gegen die Klima-Ignoranz zahlreicher Regierungen. Die Kläger tragen vor, dass grundlegende und verfassungsmäßig verbriefte Menschenrechte verletzt werden. Gerichte sollen Regierungen zum Handeln zwingen. Darauf zielen zahlreiche Klagen, beispielsweise durch vom Klimawandel betroffene Bauern und Fischer. Sie werden unterstützt durch etablierte Organisationen wie Greenpeace, aber auch von selbst klagebefugten Umweltverbänden wie der Deutschen Umwelthilfe.

Hausfriedensbruch notwendig und angemessen

Rund zwei Dutzend Aktivisten der kleinen Klimajugendbewegung Lausanne Action Climat (LAC) veranstalteten im November 2018 in der Schalterhalle einer Filiale der Bank Credit Suisse in Lausanne ein symbolisches Tennismatch. Mit ihrem Protest wollten die Jugendlichen darauf aufmerksam machen, dass die Credit Suisse stark in den Raubbau fossiler Brennstoffe investiert und damit in den Klimawandel involviert ist und das sportliche Saubermann-Image ihres Markenbotschafters und Tennisstars Roger Federer darüber nicht hinwegtäuschen solle.

2712 Klimaprotest / Foto: Lausanne Action Climat

Gegen zwölf Demonstranten stellte die Bank Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Überraschend wurden alle Aktivisten vom Lausanner Bezirksgericht freigesprochen. Das Gericht befand am 13. Januar 2020, dass die Aktivisten im Hinblick auf den Klimawandel wegen eines „rechtfertigenden Notstandes“ vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs freizusprechen seien. Das Verhalten der Jugendlichen sei angesichts der Klimakatastrophe „notwendig und angemessen“ gewesen, so das Gericht.

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Es wird eng für uns Menschen

Klimaleugner haben die Oberhand. Sie verhindern mit Falschinformationen und  Verharmlosungen eine dringend notwendige Politik, die den Klimawandel dämpft. Das Überleben der Menschheit steht auf dem Spiel. Eine Wende wäre noch möglich.
Fakten und Überlegungen von Aribert Peters.

(14. März 2020) Neue Windkraftanlagen werden in Deutschland seit einem Jahr kaum noch errichtet. Der Deckel für den Photovoltaikausbau wurde bisher nicht aufgehoben. Wer selbst erneuerbaren Strom dezentral erzeugen und gemeinschaftlich nutzen möchte, wird mit Auflagen, Abgaben und Umlagen behindert (siehe „Auf dem Weg zum Prosumer“). Die Photovoltaikfabriken sind bereits Ruinen, die Windbranche liegt im Sterben, aber mit Datteln 4 geht im Jahr 2020 in Deutschland ein neues Kohlekraftwerk ans Netz. Die Klimaneutralität ist auf 2050 vertagt.

Offensichtlich haben die Klimaleugner in der Politik die Oberhand. Die Wissenschaft dagegen ruft den globalen Klimanotstand aus, der zu sofortigem Handeln zwingt. Die Kluft zwischen Einsicht und Handeln wird für unsere Gesellschaft und unsere Spezies gefährlich groß.

2712 Brenndender Wald / Foto: OSORIOartist / stock.adobe.com

Konkrete Klimafakten

Zunächst einige Fakten. Beginnen wir mit dem heute bereits Beobachtbaren:

  • Durch die Sonnenstrahlung gelangt viel Energie auf die Erde, je Quadratmeter 300 Watt in unseren Breiten – gut für Solaranlagen, schlecht fürs Klima.
  • Die globale CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist in den letzten 150 Jahren von 280 auf über 415 ppm angestiegen und steigt beschleunigt weiter an.
  • Weltweit wurde im Jahr 2018 mehr CO2 emittiert als jemals zuvor.
  • Durch die höhere CO2-Konzentration in der Atmosphäre wird die Wärmestrahlung von der Erde in den Weltraum gebremst. Die Energiebilanz ist gestört und die Erde wärmt sich ständig weiter auf. Die diesem Sachverhalt zugrundeliegende Physik ist seit dem Jahr 1824 bekannt und empirisch vielfach bestätigt.
  • Die globale Temperatur ist weltweit gegenüber der vorindustriellen Zeit um 1 °C angestiegen und steigt beschleunigt weiter an.
  • Naturkatastrophen nehmen durch die Erderwärmung deutlich zu: Extremwetter, Trockenheit, Unwetter, Feuer, Korallensterben. Erhöhte Windgeschwindigkeiten und Niederschläge von tropischen Wirbelstürmen sowie Zunahmen von extremen Wellen verschärfen in Kombination mit dem Meeresspiegelanstieg Extremwasserstände und Gefahren an Küsten.
  • Das Grönlandeis, das Nordmeereis, das Nordpolareis, das Südpoleis und die Gletscher schmelzen.
  • Ozeane erwärmen sich und haben mehr als 90 Prozent der zusätzlichen Wärme im Klimasystem aufgenommen. Seit 1993 hat sich die Geschwindigkeit der Ozeanerwärmung mehr als verdoppelt.
  • Der Golfstrom hat sich um 15 Prozent abgeschwächt.
  • Die Meeresspiegel steigen weltweit mit zunehmender Geschwindigkeit an, verursacht durch abschmelzendes Eis von Nord- und Südpol, von Gletschern sowie durch die Erwärmung und Ausdehnung von Ozeanen.
  • Die Permafrostböden schmelzen, und zwar schneller als vorhergesagt.
  • Die Ozeane erwärmen sich wesentlich langsamer als das Land. Deshalb folgt aus einer kurzfristigen Temperaturerhöhung von zwei Grad tatsächlich eine verzögerte Erhöhung um drei bis vier Grad.

2712  Grafik Anstieg der CO2-Konzentration und Temperatur / Grafik und Datenquellen: herdsoft.com/climate/widget

Erwartbare Entwicklungen

Die Menge an Kohlendioxid, die in den nächsten Jahren ausgestoßen wird, entscheidet darüber, wie stark sich unser Klima verändern wird. Was wir entscheiden zu tun und wie schnell wir den gemeinsamen Willen dafür aufbringen können, ist eine Ungewissheit, die alle anderen Ungewissheiten in den Schatten stellt.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) und ein Klima-Think-Tank haben ein interaktives Werkzeug programmiert, das zeigt, mit welchen Aktionen die Pariser Klimaziele doch noch eingehalten werden können.
en-roads.climateinteractive.org

Die Erde wird sich bis Ende des Jahrhunderts um 2,8 °C erwärmen, wenn die Regierungen bei ihren bisher zugesagten Emissionsminderungen bleiben. Das ist doppelt so viel, wie im Paris-Abkommen vereinbart wurde. Deutschland gehört mit seinem Klimaschutzpaket zu den 16 Ländern mit höchst unzureichenden Emissionsminderungszusagen. Dies hat der vom Bundesumweltministerium geförderte Climate-Action-Tracker (CAT) zusammengestellt (siehe auch Grafik auf Seite 14).
climateactiontracker.org

Paris-Abkommen

Der jüngste Bericht des Weltklimarates IPCC kommt zu folgenden Erwartungen für die kommenden Jahre:

  • Die grönländischen und antarktischen Eisschilde verlieren mit zunehmender Geschwindigkeit an Masse.
  • Der Meeresspiegel steigt weiter mit zunehmender Geschwindigkeit. Extremwasserstände, die historisch selten sind, werden bis 2050 an vielen Orten mindestens einmal pro Jahr auftreten, insbesondere in tropischen Regionen. Die zunehmende Häufigkeit von Hochwasserständen kann an vielen Orten schwerwiegende Folgen haben.
  • Ozeane werden wärmer und sauerstoffärmer. Marine Hitzewellen und extreme El Niño- und La Niña-Ereignisse werden häufiger. Die thermohaline Zirkulation (globale Meeresströmungen) werden sich weiter abschwächen.

Wenn wir mit einer Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent unter einer weltweiten Temperaturerhöhung von 1,5 °C bleiben wollen, wie es das Paris-Abkommen vorsieht, dann dürfen wir nach dem jüngsten Bericht des IPCC nur noch eine beschränkte Menge an CO2 emittieren.

2712 Weltweiter Temperaturanstieg und Zukunftszenarien / Grafik: climateactiontracker.org

Fakten sind nicht verhandelbar

Greta Thunberg erklärte am 23. Juli 2019 vor der französischen Nationalversammlung: „Dieses Budget ist in 8,5 Jahren verbraucht. Viele Wissenschaftler halten diese Budgets für zu hoch, aber immerhin sind sie international anerkannt durch den IPCC: Kein Politiker hat diese Zahlen je erwähnt oder zur Kenntnis genommen. Es scheint, als würden diese Zahlen gar nicht existieren. […] So bleibt die unangenehme Aufgabe bei uns Kindern, diese Zahlen zu verkünden. Dafür werden wir gehasst, bedroht, verspottet, ausgelacht von gewählten Parlamentariern, Journalisten und Geschäftsleuten. Sie alle möchte ich fragen: Haben Sie eine andere Zahl, die uns das Klimaziel erreichen lässt? […] Wenn Sie wissen, wie bald das verbleibende CO2-Budget aufgebraucht sein wird, dass praktisch nichts getan wird und dass nicht einmal die CO2-Budgets zur Kenntnis genommen werden, dann sagen Sie mir bitte, was Sie diesbezüglich tun. […] Weit entfernt liegende Daten für CO2-Freiheit zu
verkünden, schadet mehr, als es hilft. Denn in keinem Land werden dazu konkrete Schritte unternommen. Das größte Problem ist nicht das Nichtstun, sondern Aktionen, die Änderungen vortäuschen, ohne wirklich etwas zu ändern.“
Video: Greta Thunberg speech in Assemblée Nationale

Klimaleugner und Klimaskeptiker

„Klimaleugner und eine Mehrheit von Politikern verharmlosen die Folgen der Temperaturerhöhung nach dem Motto: ‚Es wird schon nicht so schlimm werden, wir werden das schon schaffen.‘ Das ist eben leider nicht so. Wir sehen, wie dramatisch schon die Folgen der gegenwärtigen Temperaturerhöhungen sind“, so der Klimaforscher Prof. Stefan Rahmstorf in einem Video-Interview. „Der Mensch verdrängt gerne unangenehme Wahrheiten, zum Beispiel wenn ein Schuldgefühl ausgelöst wird. Oder, wenn Ohnmachtsgefühle aufkommen. ‚Dieses Problem ist so groß und unlösbar, da will ich mich lieber gar nicht damit beschäftigen. Weil ich ja gar nichts daran ändern kann‘. Und es gibt hartnäckige Leugner der Fakten, mit denen man nicht reden kann. Die meisten Menschen sind einfach nur verunsichert, sind aber grundsätzlich für Argumente offen.“

„Die Skeptiker kommen in den Medien im Vergleich zu ihrer Bedeutung in der Wissenschaft weit überproportional zu Wort. Sie werden oft auch unwidersprochen wiedergegeben und damit salonfähig gemacht. Natürlich kann jeder seine eigene Meinung haben. Aber es gibt kein Recht auf eigene Fakten. Medien sind der Wahrheit verpflichtet wie die Wissenschaft auch. Die meisten Menschen denken, die Wissenschaft sei gespalten in der Frage, ob es einen menschengemachten Klimawandel gibt. Tatsächlich sind sich 99 Prozent der Klima-forscher in dieser Frage einig. Dass dies nicht in der Öffentlichkeit ankommt, hat mit der Medienberichterstattung zu tun, die immer wieder diese Scheinkontroversen hochhält, sodass viele Menschen glauben, das sei in der Forschung noch umstritten“, konstatiert Prof. Rahmstorf.

Glaube oder Realitätsverklärung?

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am 23. Januar 2020 auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos: „Wie versöhne ich diejenigen, die an den Klimawandel einfach nicht glauben wollen, die so tun, als wäre es eine Glaubensfrage? Für mich gibt es eine völlig klare Evidenz durch wissenschaftliche Daten. Wir müssen die Fakten mit den Emotionen versöhnen.

Das setzt zumindest voraus, dass man miteinander spricht. Die Unversöhnlichkeit und Sprachlosigkeit, die zum Teil herrscht zwischen denen, die den Klimawandel leugnen und denjenigen, die ihn sehen und darum kämpfen, ihn zu beherrschen, die macht mir Sorge und die muss überwunden werden. Die Sprachlosigkeit ist größer als im Kalten Krieg.“

Damit liegt Frau Merkel richtig, auch wenn sie die mit dem Paris-Abkommen übernommenen Verpflichtungen Deutschlands ignoriert und die Auslöschung der deutschen Solarindustrie und der Windkraftindustrie zu verantworten hat.

Kipppunkte und Klimanotstand

Die Idee weltweiter Kipppunkte wurde vom IPCC schon vor 20 Jahren definiert. Diese großmaßstäblichen abrupten und nicht umkehrbaren Änderungen klimabestimmender Faktoren (kurz ‚Kipppunkte‘, englisch ‚Tipping--Points‘) wurden damals nur bei einer Erwärmung um mehr als 5 °C für wahrscheinlich gehalten. In den neuesten IPCC-Berichten wird nunmehr selbst bei einer Erwärmung zwischen 1 und 2 °C das Überschreiten von Kipppunkten für möglich gehalten. Da wir bereits heute eine Erwärmung von 1 °C beobachten und die menschenverursachten CO2-Emissionen weiter jährlich zunehmen, ist selbst das 2-Grad-Ziel nicht mehr einzuhalten.

Was also vor zwei Jahren im bekannten „Hothouse-Artikel“ noch als „Worst-Case--Szenario“ bezeichnet wurde, wurde in einem Artikel derselben Autoren vor einem Jahr schon durchaus für möglich gehalten.

Bei aller Vorsicht in den Formulierungen („könnte“, „möglicherweise“) schreiben die Autoren in der Zeitschrift Nature im November 2019: „Das weltweit verbleibende Emissionsbudget für eine 50:50 Chance, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, könnte bereits fast vollständig aufgebraucht sein“.

Das Tückische an den Kipppunkten ist, dass sich die Änderungen, einmal überschritten, nicht mehr beeinflussen oder rückgängig machen lassen. Die Prozesse verstärken und beschleunigen sich von selbst. Die Kipppunkte sind nicht unabhängig, sondern beeinflussen sich gegenseitig wie fallende Dominosteine.

Ein Beispiel: Der brennende Amazonas setzt CO2 frei, was zu einer zusätzlichen Erwärmung führt, was wiederum andere Kipppunkte wie schmelzende Permafrostböden oder Eisschmelzen beeinflusst. Das schnelle Schmelzen des grönländischen Eisschildes und die weitere Abschwächung des Golfstroms könnten den westafrikanischen Monsun destabilisieren und Dürren in der afrikanischen Sahelzone auslösen. Die Wissenschaftler sprechen von einer „globalen Kaskade“.

Handeln, statt zu zweifeln!

Weitere 30 Kippelemente mit Einfluss auf das Klima sind in der wissenschaftlichen Literatur analysiert worden. Die Wissenschaftler konstatieren dazu: „Einige Ergebnisse der neuesten Klimamodelle deuten auf eine wesentlich höhere Klimasensitivität hin als in früheren Modellen. Aus unserer Sicht deuten die Beweise aus den Kipppunkten darauf hin, dass wir uns in einem Zustand des planetarischen Notstands befinden: Sowohl das Risiko als auch die Dringlichkeit der Situation sind akut. Wir sind der Auffassung, dass die verbleibende Interventionszeit, um ein Kippen zu verhindern, bereits gegen null geschrumpft sein könnte.“ Mit anderen Worten: Sofortiges Handeln ist möglich und notwendig.

Die Sonne schickt uns genug Energie, damit wir schon bald die fossilen Energien nicht mehr brauchen. Die Sonne droht uns aber auch zu verderben, wenn wir das nicht sofort tun. Dringender denn je müssen die erneuerbaren Energien ausgebaut und die Energieeffizienz erhöht werden. Weiter wie bisher geht nicht, ist nicht akzeptabel.
Wikipedia: Leugnung der menschengemachten globalen Erwärmung

Argumente der Klimaleugner widerlegt

„Das Klima hat sich schon immer geändert“

Richtig, aber durch unser Handeln erwärmen wir das Klima in wenigen Jahren stärker, als es jemals der Fall war, seit es Menschen gibt. Und wir kippen wichtige Klimastabilisatoren, was zu gravierenden und unumkehrbaren Klimaänderungen führt, siehe Klimageschichte und unten.

„Wir können ja doch nicht schnell genug klimaneutral werden“

Falsch! Prof. Volker Quaschning dazu im Interview mit „Jung und Naiv“: „Wir kennen eine Lösung, mit der wir in 15 Jahren klimaneutral werden können. Und diese Lösung ist auch bezahlbar. Dann lasst uns doch einfach diese Lösung umsetzen.“

„Wir Deutschen können ja doch nichts ändern ohne die anderen Länder“

Richtig, aber wir müssten zumindest unsere mit dem Paris-Abkommen eingegangenen Verpflichtungen einhalten, was wir derzeit nicht tun. Und es gibt selbst unter den entwickelten OECD-Staaten 21 Länder, die mehr und teilweise auch viel mehr tun als Deutschland.

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